Für den 23.04.2008 war sowohl vom DWD, als auch von wetter-jetzt gutes Streckenflugwetter vorhergesagt. Alle sagten gutes – sehr gutes Wetter voraus.
DWD: „Schlagzeile: gute Thermik“
Also alles organisiert für den Flugbetrieb unter der Woche, wobei schon einige andere Piloten von unserem Platz den gleichen Gedanken hatten.
Mittwochmorgen also direkt nach der Schule Wlad abgeholt und zum Flugplatz gefahren. Dort hatten einige schon aufgerüstet, bzw. waren grade am Aufrüsten. Wlad und ich machten die ASK 21 startklar, sodass ich vorne und er hinten fliegen konnte. Da ich noch einen Überprüfungs-F-Schlepp brauchte, ließ ich mich kurz mit einem Fluglehrer auf 300m schleppen.

Da morgens noch hohe Schichtbewölkung am Himmel stand, konnten wir erst so gegen 13 Uhr starten. Den Anfang hatten die 2 Segler mit Klapptriebwerk gemacht und waren bereits 30km vom Platz entfernt und meldeten mäßiges Wetter. Nachdem dann 2 Fluglehrer mit ihren Flugzeugen gestartet waren, ließen wir uns auch raus schleppen.
In ca. 700m klinkte ich aus, da es dort steigen gab. Nicht viel, aber es ging hoch. Kurze Zeit später kam die LS 4 mit Hans wieder und kreiste ebenfalls mit uns in dem Bart. Dazu kam noch die etwas später gestartete ASW 19.
Nach anfänglichen Schwierigkeiten hatten wir es dann nach einiger Zeit geschafft aus unserem Segelflugsektor raus zu fliegen und durften somit nun bis 1980m MSL steigen. Um 13.30 hatten wir es erstmals geschafft richtig Höhe zu gewinnen, in einem Bart der 2 – 3 m/s hergab und waren bei 1800m MSL angelangt und ich entschied mich es wie die anderen zu machen und es Richtung Sauerland zu probieren.

Die Wolken sahen komisch aus. Nicht wie die vorhergesagt 2 – 3 Achtel flachen Cumuluswolken. Es waren große schon sehr bereite Cumulanten, die aber wenn man das Steigen gefunden hatte, gut gingen.
Südlich von Wuppertal stand eine solche Wolke, welche schon einer Wolkenstraße ähnelte. Ich flog also auf der Sonnenseite entlang und hatte im Gradeausflug die ganze Zeit Leichtes steigen. Kurz vor Radevormwald war diese Wolkenstraße dann zu Ende und wir müssten kurz ein blaues Stück bis zur nächsten Wolke überbrücken.

Einige Kilometer hinter Rade traf ich dann den Bart der mit 1 – 2m nach oben ging. Die Wetteroptik sah zu diesem Zeitpunkt schon stark nach Überentwicklungen aus, aber eine schöne Wolke die Richtung Osten stand wollte ich noch mitnehmen. Also dorthin geflogen.
Leider hielt die Wolke nicht, was sie versprach und ich fand kein Steigen vor, sodass ich mich entschloss, um zu kehren und zu schauen, wie das Wetter westlich des Rheins ist. Nach einiger Gleitdistanz gab es dann den ersten „Kracher“ des Tages. Südlich Remscheid gab es 4 – 5m/s. Also in schön engen Rechtskreisen bis unter die Basis gekurbelt, welche bei ca. 1900 MSL lag. Der ganze Bart hatte ein Durschnittssteigen von 3,9 m/s, was ich für meine Verhältnisse schon sehr schön fand. Nun also wieder Richtung Langenfeld vorfliegen und schauen, was uns dort erwartet. Das Wetter sah dort deutlich besser aus. Kleine Cumuluswolken wie sie im Bilderbuch stehen. Südwestlich vom Flugplatz Langenfeld gab es dann den nächsten „Kracher“. Auch hier ging es mit bis zu 5m/s hoch und wir kamen schnell wieder auf 1900m MSL.
Nun weiter in westlicher Richtung über den Rhein zur nächsten Wolken. Dort gab es dann „nur“ noch knappe 2 m /s aber zum Steigen reichte mir das für das Erste.
Danach sahen die näheren Wolken nicht mehr so gut aus, aber vor Bergheim, standen noch einmal schöne Wolken.
Ich entschloss mich also trotz der etwas längeren Gleitstrecke dort hinzufliegen, was mich einige Nerven kosten sollte.
Auf dem Weg dorthin zog natürlich keine Wolke mehr und auch sonst gab es nur saufen, sodass ich in 1100m MSL unter den größeren Wolken ankam. Aber auch hier war vorerst nur sehr Leichtes steigen zu gewinnen und ich testete die nächste Wolke. Auch hier ging es nicht wirklich hoch. Also ab zum Kraftwerk, und wenn es dort nicht geht, zum Flugplatz nach Bergheim und dort landen, wenn kein Steigen mehr kommt.

Nach einigen Suchschleifen fand ich dann den Bart über dem Kraftwerk gab es dann endlich 2 – 3 Steigemeter, die uns wieder auf 1700m MSL brachten. Da ca. 10km weiter westlich schon die
Herannahende Warmfront stand, entschied ich mich wieder Richtung Rhein zu fliegen, obwohl auch die Richtung nicht sehr vorteilhaft aussah. Naja aber Hauptsache schon mal Richtung Heimat.
Am Rhein hatten wir dann noch 1200m MSL, was für einen Rückflug nach Meiersberg locker gereicht hätte, aber dort gab es südlich des Schloss Benrath noch mal 2 Steigemeter. Während ich dort kreiste, machte mich Wlad auf einen Jetliner aufmerksam. Dieser kam genau auf unserer Höhe auf und zu und drehte kurz vor uns ab Richtung Köln. Ob die 737 Piloten der Tuifly das so geplant hatten, möchte ich glaub ich nicht wissen.
Da es Richtung Sauerland nun wieder besser aussah und Wlad auch mal fliegen wollte, machte ich eine kleine Essenspause und Wlad konnte weiter Richtung Osten vorfliegen.
Nachdem ich wieder übernommen hatte, flog ich weiter Richtung Osten, da es dort nun wesentlich besser aussah als beim ersten Versuch ins Sauerland vor zu fliegen.

Bis Rade gab es einige kleinere Aufwinde, die mit 1 – 2m/s zogen. Als wird in Rade ankamen, kam uns grade Hans in seiner LS 4 entgegen und war auf dem nach Hause weg. Also entschließen wir uns auch umzukehren und Hans zu folgen. Südlich von Wuppertal hatten wir ihn dann aber wieder verloren, da er mit der LS 4 doch noch besser gleiten konnte als wir in der ASK 21. Allerdings fanden wir dort noch einmal einen schönen Bart, der mit über 3m/s integriert, nach oben ging. Schnell hatten wir also wieder die 1900m MSL und konnte unsere Höhe Richtung Westen abgleiten.
Auf dem Gleitweg versuchten wir Meiersberg per Funk zu erreichen, um zu hören, ob der Segelflugsektor Ost noch mit 4500ft aktiv ist. Uns antwortete aber leider niemand, sodass wir uns entschieden, da wir noch steigen hatten, erstmal zu warten, bis wieder ein Flugleiter am Platz ist. Wir flogen weiter bis kurz hinter die A3 und trafen östlich des Flugplatz Hilden wieder auf 2m steigen.
Da es westlich des Rheins bereits nach Regen aussah, flogen wir nicht wie zuvor, über den Rhein Richtung Westen, sondern blieben über Solingen und bauten dort unsere Höhe ab, um auf dem kürzesten Weg unter dem Luftraum C zum Platz zu fliegen, da Udo, der zuvor mit seiner Libelle gelandet war, meinte wir sollten ohne Freigabe zum Platz zurückkommen, da kein Flugleiter mehr anwesend sei.
Also den kürzesten Weg ausgesucht und in 600m (über Meiersberg) in ca. 10km Entfernung mit 220 km/h unter den Luftraum C geflogen und dann die Fahrt langsam rausgezogen, sodass wir einige Zeit auf 600m blieben.

Die klappte erstaunlich gut und wir kamen in 400m am Flugplatz an, sodass sogar noch Spielraum für ein paar Steilkreise und eine Donauwelle blieb.
Nach knapp 4h, einer Strecke von 199km und einem 53er Schnitt landeten wir also wieder sicher auf dem Flugplatz.

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