Samstag, 26.06.2010
Nach langem Warten auf gutes Streckenflugwetter in NRW war es jetzt endlich soweit. Eine Hochdruckwetterlage mit schwachem Wind, guter Thermik und großen Basishöhen stand für das Wochenende auf dem Plan. Wetter-Jetzt hatte eine potenzielle Flugdistanz von 400-500km für einen Discus 2 mit 100kg Wasser.


Turbo plante für den Samstag ein FAI-Dreieck von 557km. Meiersberg – Ithwiesen (Weserbergland) – Gedern – Meiersberg. Ich entschied mich, diese Strecke mit Turbo zusammen zu fliegen.
Wir trafen uns Samstag um 8.30 am Flugplatz und rüsteten die ASW 19 und seine Hornet auf. Danach hieß es noch einmal Wetter checken und auf Thermikbeginn warten.
Um kurz nach 11 startete ich im F-Schlepp. Turbo kurbelte bereits südlich vom Platz und hatte bereits gutes Steigen.
In 700m MSL klingte ich aus und kurbelte unter einer Wolke in etwas schwächerem Steigen auf 1300m MSL. Turbo und ich trafen uns dann dort und flogen gemeinsam Richtung Osten ab.
Über Wuppertal trafen wir dann den nächsten Bart der mit 2m/s nach oben ging. Danach folgte ein sehr entspannter Flug bis Meschede im Sauerland. Die Basis war bei 1700m MSL und die Steigwerte lagen meißt bei 2m/s.
Ab Meschede wurde es allerdings etwas schwieriger. Es gab nur noch kleine Wolkenfetzen die großteils auch keine Thermik hergaben.
Kurz vor Willingen haben wir dann in 600m über einem Steinbruch Thermik gefunden, die uns auf knapp über 2000m MSL brachte. Soweit so gut. Leider sah das Wetter auf Kurs alles andere als gut aus. Es gab ein großes blaues Loch östlich des Sauerlands und die nächsten Wolken standen erst wieder bei Ithwiesen (also ca. 80km entfernt).
Ab hier wurde der Flug sehr bastelig. Die Basis war im Blauen sehr niedrig und die Steigwerte waren auch alles andere als gut. Kurz vor Höxter Holzminden entschieden wir uns umzudrehen und es lieber noch ein Stück Richtung Süden zu probieren. Die ganze Zeit meldeten andere Fliegerkollegen aus Aachen bereits sehr gutes Wetter auf der Linie Sauerland – Hunsrück und Turbo ärgerte sich über seine Kurswahl.
Wir flogen also nach Süd – Süd – Ost in noch sehr stabiler und warmer Luft ohne gute Steigwerte. Querab des Flugplatzes Wolfhagen Graner Berg gab es dann endlich mal wieder einen Bart mit über 2m/s der uns auf 1600m MSL brachte.
Da wir durch das basteln in dem Becken zwischen Sauerland und Weserbergland viel Zeit verloren hatten, konnte wir nicht mehr um Köln rum fliegen und über die Eifel nach Hause, sondern hatten jetzt geplant nach Siegerland zu fliegen und von dort durch das Sauerland zurück zu fliegen.
Ca. 20km vor dem Siegerland fanden wir uns erneut in 600m über Grund und die nächste Wolke musste ziehen. Es klappte zum Glück und wir konnte erneut in gutem Steigen auf 1700m MSL kommen. Im Siegerland wendeten wir um 16 Uhr lcl und es war deutlich spürbar, dass die Thermik bereits abbaute. Wir erkämpften uns 2100m MSL und flogen weiter Richtung Heimat.
Kurz vor Bergneustadt hab ich uns bei Langen Information eine Freigabe für den Segelflugsektor Köln Ost geholt, da hier deutlich bessere Wolken standen und es direkt auf Kurs lag. Da wir bei Rade immernoch ganz knapp nur Endanflughöhe auf Meiersberg hatten, und die Flügel doch sehr Mückenhaltig waren, entschieden wir uns den sicheren Endanflug auf Langenfeld zu machen und nochmal auf Thermik zu hoffen. Kurz vor Langenfeld trafen wir zum Glück nochmal einen Bart der uns auf Endanflughöhe brachte.
Wir schafften zwar unsere Aufgabe leider nicht, allerdings waren nach 7h Flug 420 OLC km geflogen und ein FAI Dreieck von knappen 400km. Mein bislang längster Flug und größter Flug von Meiersberg.

http://www.onlinecontest.org/olc-2.0/gliding/flightinfo.html?flightId=1969505954
Sonntag, 27.06.2010
Der nächste gute Tag stand bevor, allerdings sollte es heute Blauthermik geben und etwas schwächere Steigwerte. Wetter-Jetzt gab eine PFD von 300-400km im Sauerland 400-500km an.

Nachdem ich um halb 12 an der Winde gestartet bin und die Luft so gut wie tot war, hatte ich allerdings alle Hoffnungen auf einen großen Streckenflug aufgeben. Ich überlegte schon die ASW 19 wieder in den Hänger zu packen und lieber Fußball zu gucken (WM Deutschland – England). Einen Versuch gab ich dem Wetter allerdings noch und ich sollte belohnt werden…
Um 12.45 gings dann mit der Winde steil dem Himmel entgegen. Die Ausklinghöhe war knapp 300m und in der Platzrunde traf ich direkt einen Bart der mit 1,5m/s ging. Leider war dieser in 800m MSL wieder weg, sodass ich nicht die volle Höhe ausnutzen konnte und im Sektor weiter nach Thermik suchte. Nach ein bisschen Suchen hatte ich knappe 2m/s und konnte bis auf 1350m steigen. Aus dem Sektor raus traf ich direkt einen Bart der mit knapp über 2m/s auf 1800m ging. Ab jetzt konnte man den Flug einfach genießen.
Unter 2m/s brauchte man nicht einkreisen. Die Wolken stand dich beisammen, sodass ich bei einer Basis von knapp über 2000m überwiegend im Gradeausflug Strecke machen konnte. Kurz vor Meschede gab es dann ein großes blaues Loch und ich traf mich mit Turbo über Attendorn, sodass wir den Flug nach Süden vorsetzen wollte. Der Plan war um Köln zu fliegen.
Ab dem Rothaargebirge wurde es allerdings deutlich schlechter und im Siegerland entschieden wir uns wieder zurück ins gut entwickelte Sauerland zu fliegen.
Der Plan funktioniert super und wir wurden nicht entäuscht. Eine Basis von knapp 2500m und die Steigwerte locker um 3m/s. Weiter nach Osten sah es leider immernoch sehr schlecht aus, sodass wir kurz vor Winterberg wendeten und nochmal Richtung Berheim flogen. Der Schenkel von 125km brachte einen Schnitt von 103km/h. Die zwei Kraftwerke zogen mit 4,8m/s (Dormagen) und 5,1m/s Niederaussem. Danach entschied ich mich für den Rückweg, da ich Abends noch verabredet war.
Somit standen am Ende des Tage 340km auf dem Konto mit einem 86er Schnitt, 25% Kurbelanteil und einer erflogenen Gleitzahl von 45.


http://www.onlinecontest.org/olc-2.0/gliding/flightinfo.html?flightId=2110799408
Also rundum ein super Wochenende mit 11 1/2 Flugstunden.